• Unseren Mitarbeitern stehen im seitlichen Hallentrakt eigene Versorgungs- und Besprechungsräume zur Verfügung.
    • Der Einsatz eines Kran erhöht die Arbeitssicherheit und erlaubt es auch große Teile zu bearbeiten.
    • Alle Arbeitsplätze sind den natürlichen Haltungen und Bewegungen angepasst und ermöglichen ein gesundheitsschonendes Arbeiten.
    • Innerhalb der Halle setzen wir ausschließlich abgasfreie und geräuscharme E-Stapler ein.
    • Dreifach verglaste Fensterflächen ermöglichen großflächigen Tageslichteinfall ohne Wärmeverlust.
    • Die LED Beleuchtung hat mit 3 Watt pro m² einen sehr geringen Energiebedarf. Eine Tageslichtsteuerung sorgt automatisch für optimale Beleuchtung bei jeder Tages- und Jahreszeit.
    • Ein durchgängiges Lichtband in der Hallenmitte lässt Tageslicht durch die Decke fallen.
    • Eine vollständig rundum laufend gedämmte Bodenplatte steigert die Effizienz der Fußbodenheizung.
    • Eine doppelte Dämmschicht verhindert einen Wärmeverlust über das Dach.
    • Verstärkte Wandelemente, die eigens für die Produktionshalle entwickelt wurden, garantieren eine Dämmung entsprechend den Vorgaben des KfW-Effizienzhaus 55 Standards.
    • Die großen Filteranlagen sind so konzipiert, dass die entstehende Wärme nicht nach Außen abgegeben werden muss, sondern in der Halle bleiben kann.
    • Eine Fußbodenheizung verteilt die zurückgewonnene Wärmeenergie in der Produktionshalle..
    • Kompressoren mit Wärmerückgewinnung stellen die Druckluft für die Strahlbearbeitsungsanlagen bereit. Die hier zurückgewonnene Wärmeenergie reicht aus, um die komplette Halle mit Wärme zu versorgen. Die neue Halle wird somit zu 100% aus zurückgewonnener Prozesswärme geheizt.
    • Das Regenwasser wird in Wassertanks aufgefangen und in der Pflasterproduktion zur Betonherstellung verwendet.
    • Der bei der Bearbeitung anfallende Staub wird aufgefangen und in einem geschlossenem System zu einem Staubsilo gefördert. Der Staub kann dadurch im Hinterbeton der Pflasterfertigung wiederverwendet werden.

Unternehmerische Verantwortung
vom ersten bis zum letzten Schritt

Nachhaltiges Bauen bei Wohn- und Bürogebäuden entwickelt sich zunehmend zu einem baukulturellen Standard. Wir weiten nachhaltige Baukultur auf unsere Industriegebäude aus: Die Halle 54, das neue Bearbeitungszentrum für Fertigteile, bietet neben hochmodernem Equipment für Präzisionsarbeit beste Arbeitsplatzbedingungen, Gesundheitsschutz, höchste Energieeffizienz und innovative Ressourcenschonung. Die Ingenieure Alfred Metz und Johannes Schramm zeigen in einem Gemeinschaftsprojekt, wie wir generationsübergreifenden Wissenstransfer leben.

Johannes Schramm sitzt im Besprechungsraum. Der Mann ist mit Mitte 30 bereits ein Mitglied der Geschäftsleitung und Energiebeauftragter des Unternehmens. Seine Augen leuchten vor Tatkraft als er beschreibt, wie es zur Verwirklichung der Halle 54 kam: „Die Vergrößerung der Produktionsstätte in Heuchelheim in den vergangenen Jahren hat eine stetige Weiterentwicklung mit sich geführt. Einzelne Energiemaßnahmen und technische Neuerungen wurden in bereits bestehenden Anlagen umgesetzt. Mit diesem neuen Bearbeitungszentrum für Fertigteile – der Halle 54 eben – schaffen wir nun mit unserem gewachsenen Know-how im Umgang mit Energie, Staub und Wasser ein wahres Meisterstück. Hier bringen wir unsere gesamte Erfahrung ein und setzen so in unserer Branche einen neuen Maßstab im nachhaltigen Bauen industrieller Fertigungsanlagen".

In der Halle 54 wird die Endbearbeitung von Maßanfertigungen funktional an einem Ort zusammengefasst. Diese Konzentration der verschiedenen Bearbeitungsprozesse steigert die Qualität der fertigen Produkte und spart zudem noch Energie, etwa aufgrund verringerter Lasten- und Transportwege. Auf einer Gesamtfläche von 3.300 m² bietet die Halle Platz für drei Bearbeitungsanlagen sowie ein groß angelegtes Rohlingslager. Außerdem sind in dem seitlichen Hallentrakt Versorgungs- und Sozialräume für die Mitarbeiter sowie Besprechungsräume untergebracht.

Johannes Schramm entwickelte gemeinsam mit seinem Geschäftsleitungs-Kollegen Alfred Metz ein geschlossenes Energiekonzept, das nicht nur die Gebäudehülle, sondern die gesamte Nutzung energieeffizient umsetzt. „Mit diesem Konzept berücksichtigen wir die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) und erreichen so den KfW Standard 55 für Industriegebäude“, erklärt Metz.

Die Hauptpunkte des Energieplans sind ein ausgeklügeltes Heizungskonzept, wärmedämmende Bauelemente, ein besonderes Beleuchtungssystem sowie drei moderne Absaugfilteranlagen.

Weitere Information im GRI-Bericht

Heizungskonzept

Für das Betreiben der drei Bearbeitungsanlagen wird eine große Menge Druckluft benötigt. Für die Drucklufterzeugung verwendet Rinn eine neue Kompressoranlage mit Wärmerückgewinnung. Diese Maschinen haben zwei nachhaltige Effekte: Zum einen wird über eine intelligente Steuerung nur die Menge Druckluft erzeugt, die gerade benötigt wird. Zum anderen wird die entstehende Wärme zurückgewonnen und dadurch der Wirkungsgrad von 60 Prozent auf 96 Prozent erhöht.

Der Energiebeauftragte ist sichtlich stolz darauf, dass das Unternehmen die technologisch modernsten Konzepte miteinander vereint, die sowohl rentabel als auch umweltschonend sind. „Anstatt die Wärme nach außen zu leiten, geben wir sie dem Heizungssystem über Wärmetauscher zu. Dieses Konzept haben wir bereits in unserer Plattenfertigungshalle eingesetzt, bei der wir so 200.000 kWh im Jahr sparen. Die Wärmerückgewinnung von den Kompressoren (oder von der Drucklufterzeugung) ist sogar etwas größer als der Wärmebedarf der Halle 54, sodass wir das komplette Gebäude ohne zusätzliche Heizungsanlage über eine Fußbodenheizung mit Wärme versorgen können. Darüber hinaus können wir im Sommer die Druckluftabwärme zur Klimatisierung in der Aushärtekammer der Pflasteranlage nutzen. Das kompensiert jährlich nochmal 200.000 kWh des bisher dafür benötigten Gases.“

Durch Wärmegewinnung wurde der Wirkungsgrad von 60 Prozent auf 96 Prozent erhöht.

Wärmedämmende Baumaterialien

Der positive Wärme-Einsparungseffekt wird durch die verwendeten Baumaterialien weiter verstärkt. Alle Bauteile der Gebäudehülle entsprechen dem KfW Effizienz-Standard 55 für Industriegebäude. Luftdichtheitsmessungen wie der Blower-Door-Test, nach dem Differenzdruck-Messverfahren bestätigten dies. „Um diesen Niedrig-Energiestandard KfW 55 erreichen zu können, mussten wir mit neu entwickelten, verstärkten Wandelementen, 140 mm dick, einem doppelt abgedichteten Dach und einer rundumlaufenden Dämmung der Bodenplatten arbeiten. Auch Fenster und Tore sind nach diesem Energiekonzept ausgewählt. Das ist nachhaltige Technik auf höchstem Niveau“, betont Schramm.

Beleuchtungssystem

Eine ausgeglichene Helligkeit in Tageslichtqualität in der Fertigungshalle sorgt für eine angenehme Arbeitsatmosphäre und ist entscheidend für die Qualitätssicherung, um farbliche Abweichungen an den Produkten beurteilen und vermeiden zu können. Für Tageslicht sorgen in der Halle 54 das durchgängige Dachlichtband und große Fenster an den Seiten. Damit die künstliche Beleuchtung besonders energiesparend ausfällt, wird die optimale Helligkeit mittels einer sensorgesteuerten LED-Beleuchtung entsprechend dem gerade einfallenden Tageslicht automatisch geregelt. Dadurch wird nur so viel Energie verwendet wie nötig.

Moderne Filteranlage

Die in der Halle 54 installierte Filteranlage setzt mit ihrer Absaugleistung neue Standards. Alfred Metz erklärt die besondere Bedeutung für Mensch und Umwelt: „Bei der Bearbeitung der Produkte fallen Stäube an, die über Absauganlagen erfasst und in die modernen Filteranlage eingeleitet werden. Über die Filter werden die Stäube der Absaugluft entzogen und dabei stündlich bis zu 55.000 m³ gereinigte Luft dem Raum wieder zugeführt.”
Doch mit der sauberen Luft ist es für das Unternehmen noch nicht getan. Hier bestehen Möglichkeiten zur dauerhaften Energieeinsparung, wie Schramm erklärt: „Durch die Rückführung der gereinigten Luft muss diese nicht mehr aufgeheizt werden. Damit ermöglicht die Filteranlage eine ungefähre Energieeinsparung von 400.00 kWh pro Jahr."

Die Ingenieure beleuchten einen zusätzlichen Effekt – im Sommer kann man sich sogar die Energiekosten für eine Klimaanlage sparen: „In der heißen Jahreszeit bleibt die Absaugluft der Filteranlage nicht in der Halle, sondern wird nach außen abgeleitet. Dabei bewirkt die nachströmende Luft einen Luftaustausch mit der Klimatisierung der Halle”, freut sich Schramm.

Dieses geschlossene Energiekonzept ist längst nicht alles, was die Halle 54 an nachhaltigen Maßnahmen bietet. So wird außerdem die Arbeitssicherheit erhöht und es werden Ressourcen wie Bindemittel und Wasser über geschlossene Kreislaufsysteme eingespart.

Erhöhte Arbeitssicherheit

Viele Arbeitsschritte wie z.B. Transport und ergonomisches Handling von schweren Bauteilen, geschehen in der neuen Halle durch moderne Krantechnik. Durch neu strukturierten Arbeitsabläufe mit großzügig gestalteten Arbeitsbereichen erfüllen die Arbeitsplätze alle Anforderungen des Gütesiegels ‘Sicher mit System’.

Ressourcenschonung durch Recycling

Nach dem Strahlen des Betonstein-Rohlings wird das verwendete Strahlgranulat in den Strahlanlagen der Halle 54 durch ein geschlossenes Aufbereitungssystem vom Betonstaub getrennt und wiederverwendet. Das Granulat wird über ein Fördersystem dem laufenden Strahlvorgang wieder zugeführt. Der abgetragene Betonstaub wird in speziellen Staubsilos gesammelt und bei der Betonherstellung als Füller weiterverarbeitet. Durch diese Anwendung verringert sich der Bedarf an Zement und eine Entsorgung des Staubes entfällt.

In Zisternen sammelt das Unternehmen bis zu 80.000 Liter Regenwasser, um weitere Ressourcen einzusparen. Das gesammelte Oberflächenwasser nutzt Rinn zur Betonherstellung in der Pflasterproduktion, im Werk Heuchelheim beispielsweise für den Hinterbeton. Ein positiver Nebeneffekt: Bei Starkregen wird die Kanalisation entlastet.

Ein zukunftsweisendes Konzept

Mit diesem Konzept für nachhaltige Industriegebäude zeigt Rinn, dass sich die Fertigung einzigartiger Produkte und der nachhaltige Umgang mit Mensch und Umwelt nicht ausschließen. Im Gegenteil: In der Halle 54 greifen die Aspekte ineinander wie eine perfekt konstruierte Maschine. Johannes Schramm: „Wir als Unternehmen sind ein verantwortlicher Teil dieser Gesellschaft. Dementsprechend verhalten wir uns. Entscheidend ist nicht nur was wir herstellen, sondern auch wie und wo.“

80.000 Liter Regenwasser werden zur Ressourcenschonung in Zisternen gesammelt.